Sitten und Bräuche – vor und nach der Hochzeit

Ihr steht noch am Anfang Eurer Hochzeitsplanung oder habt Eure Feier gerade hinter Euch gebracht? Egal wie, wir geben Euch in diesem Beitrag wichtige Tipps und zeigen Euch welche Bräuche, Sitten und Traditionen Ihr vor und nach der Hochzeit beachten solltet.


Der Polterabend

Beim Polterabend bringen die Gäste Porzellan mit, welches meistens aus alten, nicht mehr benutzten, Utensilien besteht. Dieses wird an einer vorgesehenen Stelle auf den Fußboden geschmissen, sodass das Mitbringsel kaputt geht. Dass angehende Hochzeitspaar hat dabei die Aufgabe, gemeinsam das zu Bruch gegangene Porzellan aufzufegen. Der Polterabend, als Fest vor der eigentlichen Hochzeit, hat dabei vor allem zwei Bedeutungen: Zum einen soll das Hochzeitspaar beim Fegen direkt beweisen, dass dieses sehr gut zusammen arbeiten kann und zum anderen bringen „Scherben bekanntlich Glück“. Darüber hinaus glaubte man schon früher daran, dass dadurch Teufel und Geister vertrieben werden und das Hochzeitspaar für immer geschützt bleibt.


Vor der Hochzeit getrennt schlafen

Sich vor der Hochzeit nicht zu sehen und gar getrennt voneinander die Nacht zu verbringen, mag dem ein oder anderen ziemlich suspekt vorkommen und doch ist es eine sehr lange Tradition. Wir geben zu, es muss natürlich nicht sein und kommt auch immer sehr auf die Gefühlslage an, aber es kann ziemlich magisch werden. Durch diesen Brauch trifft das Hochzeitspaar erst am nächsten Tag im Hochzeitsoutfit aufeinander. Paare die dieses Aufeinandertreffen fotografisch oder videografisch begleiten lassen berichten sehr häufig davon, dass dieser Moment gar filmreif und sehr kostbar war.


Junggesellen/-innen-Abschied

Der Junggesellen/-innen-Abschied stellt meistens das Highlight während der Hochzeitsvorbereitungen dar und wird in der Regel vom Trauzeugen bzw. der Trauzeugin organisiert. – “Noch einmal richtig feiern, bis es ernst wird…” – Warum dies heutzutage anders gesehen wird und worauf Ihr achten solltet und was Ihr anders machen könnt, erfahrt Ihr hier!


Fegen vor dem Rathaus

Die Begrifflichkeit „Fegen vor dem Rathaus“ hat eine alte Tradition und bezeichnet den eigentlich Brauch, dass ein Mann, der mit 30 Jahren noch nicht verheiratet ist, zur Strafe auf der Rathaustreppe fegen muss. Die Rathaustreppe wurde ausgewählt, da sich im Rathaus selbst üblicherweise auch das Standesamt befindet und man vor den Augen aller zeigen musste, dass der Mann noch nicht verheiratet ist. Zum Fegen werden meistens Bierkronen genommen, die über die gesamte Treppe verteilt werden. Der Junggeselle muss nun versuchen, mit sonderbaren Gegenständen die Treppe sauber zu fegen und darf sich bei jeder gesäuberten Stufe über ein alkoholisches Getränk freuen.


Braut über die Schwelle Tragen

Mit dem Auszug aus dem Standesamt oder der Kirche folgt auch der Brauch, die Braut über die Schwelle zu tragen. Hierzu soll der Mann im wahrsten Sinne des Wortes zeigen, dass er stark genug ist, seine Frau zu beschützen und sie über alles tragen kann, was in der gemeinsamen Zukunft geschehen wird. Früher glaubte man daran, dass sich unter der Schwelle böse Geister verstecken, weshalb der Ehemann seine Braut über die Schwelle tragen musste, damit die Geister der Braut nichts anhaben konnten.


Die Morgengabe

Die Morgengabe ist ein Geschenk, welches der Bräutigam seiner frisch angetrauten Frau am Morgen nach der Hochzeitsfeier übergibt. Im Bestfall findet die Braut ihr Geschenk unter ihrem eigenen Kopfkissen. Früher galt diese Tradition als Zeichen der Fürsorge, der finanziellen Absicherung und der Beschützung der Braut. Im Vergleich zu damals, wurde der Braut zum Beispiel ein Diener versprochen oder ein großes Geldgeschenk überreicht, damit sich diese sicher und beschützt fühlen soll. Heute dient die Morgengabe als allgemeine Aufmerksamkeit und Dankbarkeit und kann ganz individuell der Braut überreicht werden. Selbst der Zeitpunkt, ob direkt nach der ersten Hochzeitsnacht oder ein paar Tage später, wird bei weitem nicht mehr als Muss angesehen.


Mitgift / Aussteuer

Die Aussteuer oder die Mitgift galten im Mittelalter als sogenannter Gabentausch. Ursprünglich wurde hierbei das Gut der Braut bemessen, was diese in die Ehe einbringt. Später galt der Gabentausch als Akt, bei dem entweder finanzielle Barmittel, Güter oder ein Teil des Hausrats vom Brautvater dem Vater des Bräutigams übergeben wurde. Heute wird die Aussteuer nur noch als finanzielle Unterstützung gegenüber dem Brautpaar angesehen.


Hochzeitsreise / Flitterwochen

Nach der eigentlichen Hochzeitsfeier folgt die Hochzeitsreise. Wir möchten Euch bei der Planung und Organisation helfen – Euch wichtige Erfahrungswerte mitteilen und hilfeiche Inspirationsansätze liefern. Vor allem aber möchten wir, dass Ihr Eure Hochzeitsreise bestmöglich planen und genießen könnt. Hier könnt Ihr alles rund um die Flitterwochen erfahren.


Wir hoffen, wir konnten Euch mit diesem Beitrag ein paar wichtige Infos zukommen lassen und wünschen Euch viel Spaß bei Eurer Hochzeit oder den Feierlichkeiten, wenn Ihr selbst eingeladen seid.

Bis bald,

Euer HOCHZEIT.de Redaktionsteam