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Mitgift...giftig?

Aussteuertruhe
indisches Brautpaar
afrikanische Hochzeitsgesellschaft Foto von: Lydia Kruger, shutterstock.com

Mitgift oder Aussteuer 

 

bezeichnen dieselbe Sache – Mitgift leitet sich vom althochdeutschen „gift“ - nicht von giftig :-) ab, das im Englischen (a gift – ein Geschenk) erhalten geblieben ist. Die zukünftige Braut wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein in Europa, Afrika und Indien, bereits als Kind mit Dingen ausgestattet, die sie, wenn sie einmal heiratete, mit in die Ehe bringen würde. Ganz wesentlich dabei war die sogenannte Weißwäsche bestehend aus Bett- Tisch- und Nachtwäsche, Servietten, Schürzen und Küchentücher. Sie wurde liebevoll mit Mustern und den Initialen der Braut bestickt. Im Idealfall reichten diese Wäschestücke für ein ganzes Leben. Als Brautgeschenke waren auch Möbel und Vieh willkommen. War die Mitgift eines Mädchens nicht ausreichend, gab es auch keine Heirat, denn die Familien achteten sehr auf materielles Wohlergehen und auf Absicherung der Braut im Falle des frühzeitigen Ablebens des Ehemannes. Eine etwas verwässerte Form, da die Lebensumstände sich geändert hatten, gab es als diese Tradition auf ihr Ende zuging. Mädchen kauften sich ein 24 - teiliges Service oder ließen sich dieses stückweise schenken, um es in der Ehe als das „gute Geschirr“ zu verwenden. Oder die Brautleute entschieden sich gemeinsam für ein besonderes Besteck oder Service und ließen sich bei verschiedenen Gelegenheiten Teile daraus schenken. Dies sind wohl die Überreste der Mitgift in Europa. In Teilen Afrikas oder Asiens spielt die Aussteuer aber noch immer eine große Rolle. In Indien beispielsweise stellt die Familie des Bräutigams regelrecht Bedingungen für eine Heirat. Ist die Braut hübsch und hat einen einfachen Job, so wird die Aussteuer günstiger, die die Brauteltern an die Bräutigamsfamilie zu zahlen haben....aber es kann passieren, dass eine Braut sitzen gelassen wird und ihre Familie somit entehrt, weil das Auto, welches die Bräutigamfamilie einforderte zu klein war.....unvorstellbar und aus feministischem Gesichtspunkt eine Katastrophe. Wenn man (frau!!:)) da weiter spinnt, regt sich doch beträchtlicher Unmut über soviel Respektlosigkeit. Ist die Absicherung der Braut wie oben beschrieben ein Argument für die Mitgift, so sind die Blüten, die dieser Brauch heute in Indien und im asiatischen Raum treibt einfach grotesk. Große Nase – teure Aussteuer?? In Afrika dagegen schätzt man das weibliche Geschlecht sehr viel mehr, denn dort zahlt der Bräutigam bzw. dessen Familie eine Ablöse an die Brautfamilie, die ja auf ein fortpflanzungsfähiges, arbeitendes Mitglied der Familie fortan verzichtet. 

 

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